Freiwilligenarbeit unter COVID-19

Artikel Demokratie stärken
Anny Klawa-Morf I Stiftung Fondation Fondazione

COVID-19 hat einerseits zu einer neuen Welle von Solidarität und Einsatz für das Gemeinwohl geführt. Andererseits beeinträchtigt COVID-19 die Freiwilligenarbeit teils massiv: Die Einschränkungen bei Veranstaltungen und Treffen erschweren beispielsweise sowohl die Arbeit der Freiwilligen als auch die Rekrutierung und Betreuung ebendieser. Wir haben gemeinsam mit "foraus - Forum Aussenpolitik" im Herbst ein Projekt zum Thema «Leben mit Corona: Auswirkungen auf die junge Generation und deren freiwilliges Engagement für die Gesellschaft» durchgeführt.

Ziel war es, mit der Sammlung und Dokumentation der COVID-19 Erfahrungen von jungen Freiwilligen 1) Visibilität für das ehrenamtliche Engagement für eine lebendige und solidarische Gesellschaft zu schaffen, 2) Best Practices zu den Herausforderungen der Pandemie auf die Freiwilligenarbeit zu erarbeiten und 3) diese Erfahrungen mit anderen Freiwilligenorganisationen und freiwillig Engagierten zu teilen.

Die Umsetzung des Projekts bestand aus drei Elementen. Im Oktober wurde ein Workshop mit über 60 foraus-Freiwilligen zum Erfahrungsaustausch und zur Erarbeitung von Best Practices zu COVID-19 und Freiwilligenarbeit durchgeführt. Somit konnten Erkenntnisse und praktische Lösungen für das Freiwilligen-Engagement unter COVID-19 aus erster Hand gesammelt werden. Die wichtigsten Punkte dieses Workshops sind in diesem Video festgehalten:

Anfang Dezember wurden in einem interaktiven Austausch zwischen VertreterInnen verschiedener Freiwilligenorganisationen diese und weitere Learnings des Lockdowns geteilt und Best Practices für den Slowdown ausgetauscht und entwickelt:

Es wurde von vielen spannenden Initiativen berichtet, die von einem Sorgentelefon zu einem thematischen Spaziergang als Alternative zum online Alltag reichten. Tipps und Tools, um virtuelle Events attraktiver und interaktiver zu machen wurden ausgiebig diskutiert. Festzuhalten ist vor allem, dass digitale Tools auf die Zielgruppe angepasst werden müssen. Workshops zur Weiterbildung der Freiwilligen im Umgang mit ebendiesen sind zudem von grossem Nutzen gewesen und generell ist es besonders aktuell wichtig, dass FreiwilligenbetreuerInnen unterstützend zur Seite stehen und eine proaktive Kommunikation zum Erfahrungsaustausch fördern.

Die Konsequenzen der Pandemie auf das ehrenamtliche Engagement (der jungen Generation) können derzeit nicht abschliessend beurteilt werden. Für viele Vereine und Organisationen ist  es allerdings bereits heute zentral, vertiefte Erkenntnisse und praktische Lösungen für die Freiwilligenarbeit unter COVID-19 zu erhalten. Während dem ganzen Projekt wurde von verschiedenen Akteuren spezifisch der Wunsch nach einer verstärkten Kooperation laut. Die Einsicht, wie wichtig Zusammenarbeit und Solidarität ist, kann als Chance der Pandemie betrachtet werden: denn nur gemeinsam kann diese anspruchsvolle Zeit überwunden werden!